1 Juni

Die Tage im Fraunhofer fristete ich diese Woche damit, meinen Bericht zu schreiben. Leider kam ich nicht immer so voran, wie ich es mir vorgestellt hatte, weshalb ich meist am Abend zu Hause weitergeschrieben habe, da ich dann die besten Iceen hatte. Fertig bin ich zwar immer noch nicht, was aber damit zu tun hat, dass ich das Konzept auf Wunsch von Mikael hin geaendert habe. Statt einem Taetigkeitsbericht sollte ich einen richtigen Artikel schreiben, der die Leser fesseln soll. Da ich dass noch nicht einmal in deutsch getan habe ist es in englisch natuerlich nicht einfacher. Ich mag die Aufgabe aber dahingehend, dass ich sicherlich viel fuer die Ausdrucksweise lernen kann. Das sprechen erforder da nicht so viel Geschick, wie ich finde.

Da Gabi's Mutter diese Woche zu Besuch war, fuhr ich am Mittwochabend mit ihr, Gabi, Moskie und Dan nach Annapolis, der Hauptstadt von Maryland, die eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt ist. Es ist eine sehr kleine Stadt, hat aber einen wunderbaren Flair. Es gibt dort jede Menge Restaurants und Pubs direkt am Hafen, der sogenannten Chesapeak Bay. Dort liegen Segelschiffe und dutzende Motorjachten. Ausserdem befindet sich dort auch ein Stuetzpunkt der Navi, weshalb man ueberall die Soldaten in weiss herumlaufen sah. Die Stadt gibt zwar aufgrund der Groesse nicht so viel her fuer einen ganzen Tagesausflug, aber es lohn sich auf jeden Fall, dort einen schoenen Abend zu verbringen.

Nachdem wier zusammen am Hafen entlangschlenderten und uns die Umgebung angesehen hatten, gingen wir in einem gemuetlichen Restaurant etwas essen. Da ich mir ein Bier bestellt hatte und die in Amerika das mir der 21 Jahres Grenze ziemlich eng sehen, musste ich eine ID vorzeigen, auf der mein Geburtsdatum zu sehen ist. Ich gab ihm meinen Personalausweis und er hat gleich gelacht und gefragt ob ich aus Deutschland komme. Solche Leute trifft man hier immer wieder und die meisten freuen sich riesig jemanden aus Deutschland zu treffen, weil es ihnen scheinbar gut dort gefallen hat.

Ich bestellte mir leckere Schrimps und etwas, das sich Krebskuchen (crab cake)nennt. Mir hat es wunderbat geschmeckt und auch alle anderen waren begeistert. Ungluecklicherweise habe ich mir zuerst ein nicht alkoholisches Bier bestellt, dass so geschmeckt hat, wie es viele von amerikanischem Bier erzaehlt haben. Wie Wasser. Um aber wenigstens etwas mit Geschmack geniessen zu koennen bestellte ich mir gleich noch ein englischen Bier nach, was dann gluecklicherweise alles weg gemacht hat. Bilder davon sind auch in meiner Bildergalerie ;-)

Eigentlich hatte ich am Donnerstag nichts geplant, bis ich von Ali eine Email erhalten habe, wo ich zum Lasagneessen eingeladen wurde. Ich also nach der Arbeit mit der Metro nach DC und erstmal eine halbe Stunde nach der richtigen Strasse gesucht. Wie es sich aber herausgestellt hatte, war es ein Fehler in der Beschreibung und kein Fehler von mir. Waere ja auch gelacht ;-)

Dort angekommen waren jede Menge Leute von ganz Amerika hier. Manche kamen aus New York, andere aus Las Vegas, aus Texas und der Rest eben aus DC. So wurde das ganze eine lustige Runde und ich war froh, zugesagt zu haben. Wir assen zusammen und erzaehlten noch eine ganze Weile, weshalb ich am naechsten Morhgen auch noch ziemlich Muede war.

Am Freitag war ich gerade mitten im Kochen und im zubereiten meiner bis zur Perfektion entwickelten Sossen, als Moskie vor der Tuer stand um mit uns ins Kino zu gehen. Wir wollten uns "Troy" ansehen, was ich ohnehin schon die ganze Woche vorhatte. Leider enttaeuschte mich der Film etwas, da es eigentlich nur um einen nackten immer gewinndenden Brad Pitt ging, was mich nicht sonderlich beeindruckte.

Den Samstag nutzte ich dann dazu, wie auch schon Montags und Dienstag trainieren zu gehen und schrieb etwas an meinem Report. Abends sass ich noch etwas mit meinem franzoesichen Mitbewohner zusammen, um zu quatschen und den ersten Film von Quentin Tarantino zu sehen. Im grossen und ganzen also eher gediegener. Schliesslich wollte ich am Sonntag in einen House Club nach DC gehen.

Es war zwar eine laengere Affaere, bis wir in DC einen Parkplatz gefunden hatten, aber dann fanden wir den Club auch bald, obwohl dieser nicht ein Schild als Hinweis hatte. Der Eintritt war zwar mit 15 Bucks schweinisch teuer, aber es lohnte sich. Gediegenes House die ganze Nacht. Ach halt nicht die ganze Nacht. Genaugenommen wurde um 3 aprupt die Musik abgestellt. Aber das war ich ja nun auch gewohnt. Danach war ich noch in Adams Morgan etwas essen und stellt euch mal vor, was ich dann endlich mal entdeckt habe,nachdem ich schon tausendmal vorbeigelaufen war. Das Bild von Toulouse Lautrec. Es zierte die Hauswand einer Bar namens Toulouse in der Partymeile von Adams Morgan. Das ist dort, wo an 3 Uhr nachts die Menschenmassen Pizzaessend die Strassen belagern. Irgendwie hatte ich das vorher immer uebersehen.