7 Juni

Als ich Montags zur Arbeit kam sagte Mikael, dass Daniel und ich an dem Meeting zum HDCP (High Dependability Computing Project) teilnehmen sollen. Ich beeilte mich also Dienstag Morgen, um puenktlich um 8.00 an der Uni zu sein, wo das Meeting stattfand. Dort gab es dann erst mal Fruehstueckund so nach und nach trafen dann auvh die Teilnehmer ein. Es nahmen jede Menge interessante und bekannte Menschen teil, wie z.B. Barry Boehm, der das Spiralmodell, ein weltweit bekanntes Modell des Softwareentwicklungsprozesses "erfunden" hat. Zuerst war ich etwas skeptisch, das Meeting zwei ganze Tage dauern sollte, was eigentlich ziemlich ermuedend ist. Die Vortraege waren aber sehr interessant und ich mal einen Ueberblick ueber das ganze Projekt bekommen, was aufgrund des Umfangs manchmal schwer faellt. Am ersten Tag hatten wir also ca. fuenf Vortraege und zwei Groupmeetings, in denen sich kleinere Gruppen zu Diskussionen ueber einen bestimmten Bereich zusammenfanden. Am zweiten Tag wurde dann mehr ueber die Theorie gesprochen und wie "Zuverlaessigkeit" eigentlich defieniert ist und wie man diese messen kann. Am besten hat mir aber gefallen, dass ich mit einer ganzen Menge Menschen gesprochen habe, die ihr Technologien auf unser Testbed anwenden wollten. ich knuepte also Kontakte mit einigen interessanten Menschen.

In dem Vortrag, der Mikael ueber unser Tsafe Projekt hielt, sagte er auch, dass er extra zwei deutsche Studenten hat einfliegen lassen, um das System zu zerstoeren, was auch fuer einen Lacher gesorgt hat und danach wurde ich dann auch mehrmals angesprochen. Ausserdem standen unsere Namen auch auf der Praesentation, die Mikael gehalten hat. Witzigerweise benutzte er den Namen "Chris Ackermann" , statt meinen Vornamen auszuschreiben, da mich hier niemand Christopher nennt.

Mittwochabend ging ich dann mit Tarek, Philipe, Pawel und Brian auf die Rolle, da Phillipe uns Donnerstags verlassen wollte, um nach einem Jahr hier wieder zurueck nach Lion/Frankreich zu gehen. Wir gingen zuerst in ein griechischen Restaurant und anschliessend in eine Bar nach Adams Morgan. Nach ein paar Bier und obwohl wir eigentlich ziemlich satt waren genemigten Philipe und ich jeweils eines der riesen Pizzastuecke, die schon in den vorherghenden Berichten erwaehnt hatte. Schade, dass er uns verlaesst, denn es war echt lustig. Aber so laeuft das hier eben. Lange Freundschaften sind eher selten.

Nachdem ich Moskie schon zwei Wochen nicht mehr gesehen habe, trafen wir uns am Donnerstag und gingen mit ein paar Freunden in eine Bar nach Baltimore. Ausserdem gingen auch noch ein paar Freunde mit, die wirklich unterhaltsam waren. Nach dieser langen Nacht habe ich aber erst mal meinen Wecker auf zwei Stunden spaeter gestellt. ohne Fruehstueck und mit etwas Tempo schaffe ich es aber troztdem um 8.30 im Fraunhofer zu sein.

Am Freitag ging ich dann mir Tarek und Pawel nach DC und traf Ali und Denisha in einer Bar in Adams Morgan. Wir hatten jede Menge Spass und da Denisha fast jeden Barkeeper in DC kennt, ist dass meistens auch noch recht guenstig.

Eigentlich wollte ich ja Teresa zum Geburtstag mit Blumen ueberraschen. Fleurop machte mir aber dahingehend einen Strich durch die Rechnung, dass sie Sonntags nicht liefern und Teresa ihren Geburtstag ja undbedingt auf diesen Tag legen musste. Deshalb konnte ich sie nur anrufen, was ich dann auch getan habe. Allerdings habe ich sie Mitten in der Zeremonie gestoert.

Auch wenn ich eigentlich mal zu Hause bleiben wollte, ging ich dann am Samstag mit Tarek und Pawel nach DC, da Tarek auf einmal vor der Tuer stand, als ich vom Training nach Hause kam. Wir trafen uns mit Mary Edith, ihrem Freund und noch ein paar anderen in der Bar, in der wir schon am Mittwoch gewesen waren. Da diese anderen Freunde etwas langweilig waren zogen wir dann weiter in eine Bar am Ende der Strasse, wo man Wasserpfeife rauchen konnte. Keine Angst, ich bin nun nicht unter die Drogensuechtigen gekommen. Wenn das etwas mit Drogen zu tun haette waere das in Amerika ohnehin verboten. Kenner wissen aber, dass man eine Variation von Geschmacksrichtungen hat. Wir bestellten uns Apfel Flavour und unterhielten uns prima bis um 2.30 wo wir uns auf den Weg in Richtung Metro machten, da die letzte um drei faehrt.

Am Sonntag ging ich mit meiner Kamera nach DC oder genauer gesagt nach Georgetown, wo ich ein Bilder schoss von der schoenen Gegend. Ich hoffe diese gefallen Teresa besser, da sie College Park so trist fand, wo sie allerdings auch recht hat. Ich nahm also die Metro nach Dupont Circle, den Bus nach Georgetown und streifte dann durch die Gegend. Am Schluss besuchte ich noch Ali, die in einem Restaurant direkt an dem See in DC und der sogenannten "Water Font" in einer Bar arbeitet und liess mir ein paar Drinks ausgeben, waehrend ich mein Tagebuch schrieb. Dabei lernte ich noch jede Menge Menschen kennen, die mit an der Bar sassen, wie z.B. ein offensichtlich schwules Paar, die gerade erst vor einer Woche in Deutschland waren und noch einen Mathematikproffesor von der George Washington University, der hier fast jeden Tag ist.

Am Abend ging ich dann mit Tarek, Ali und deren Mitbewohner auf ein Konzert eines sogenannten Politrappers, der eben mit kritische politische Themen in seinen Texten behandelt. Und wahrscheinlich da Tarek als auch Ali Politikwissenschaften studiert haben wollten sie unbedingt dorthin. Die Texte habe ich zwar nicht verstanden aber gut war es trotzdem.