3 Mai

Ich durfte mal wieder mit leicht labilem Wetter in die Woche starten. Man konnte sich nie sicher sein, ob es jeden Moment anfangen wuerde, zu regnen, oder ob es doch trocken bleiben wuerde. Da es am Dienstag aber unaufhoerlich regnete, beschloss ich, zu Hause zu bleiben und mich daran zu versuchen, eine Sosse, zu machen. Deshalb taute ich erst einmal das Hackfleisch auf und holte mir ein paar Tips ein. Nachdem ich also die Zwiebeln, das Hackfleisch, das Wasser und das Mehl verruehrt hatte, wuerzte ich alles nochmal gut und voila, die Sosse war fertig. Mit der Ergebniss war ich allerdings nur maessig zufrieden. Die Sosse schmeckte trotz einer halben Packung Paprikapulver ziemlich fad. Da ich meinen werten Vater oder auch weitlaeufig bekannt als der "Herr der Sossen" am Apparat hatte, liess ich mich ueber die Raffinessen des Sosse machen aufklaeren. Ich versuchte also mein Gluck gleich am selben Tag und siehe da, mit etwas Huehnerbruehe schmeckte sie goettlich. Ich war nun also sogar im Stande Sossen ohne diese Fertigpaeckchen zu machen.

Wenn ich nicht gearbeitet habe, durchsuchte ich diese Woche intensivst dass Internet nach Digitalkameras, da es echt schade waere, wenn ich hier keine Bilder machen koennte. Nachdem ich nun dutzende von Wenseiten durchsucht hatte und die Unterstuetzung von Kommilitonen, sowie meiner Arbeitskollegin Patricia erhielt, denke ich, mich zu einer Entscheidung durchgerungen zu haben. Es ist zwar etwas umstaendlich wegen der Garantie, aber wenn ich hier keine Bilder machen koennte, wuerde ich mich spaeter sicher schwarz aergern. Diese Woche will ich mit Moskie zum "Best Buy" fahren, um mir die Canon Powershot A70 zuzulegen.

Ansonsten war ich die Woche natuerlich auch wieder fleissig im Gym und habe mal mit meinem Ausdauerprogramm begonnen. Wo ich am ersten Tag nach 15 Minuten fast vom Cross Stepper gefallen waere, habe ich am zweiten Tag locker 30 Minuten durchgehalten, indem ich mir dabei eine Dissertation ueber Software Design durchgelesen habe. So kann ich mich bilden und gleichzeitig fit bleiben. Ist das nicht clever ;-)

Da Debby, unsere Hardware und Netzwerkspezialistin, diese Woche aus ihrem Urlaub zurueckkam, habe ich sie gleich mal auf einen WAM Account, angesprochen, da sie diese im Fraunhofer verwaltet. WAM steht fuer "Workstations at Maryland" und ist unter anderem fuer die Verwaltung der Computeraccounts der Rechnerraume an der Universitaet verantwortlich. Debby konnte mir auch weiterhelfen und verschaffte mir einen Account, den ich in den naechsten Tagen per Email zugesendet bekommen soll (hoffentlich!). Da Nil, ein Arbeitskollege und ehemaliger Student an der Uni das mitbekommen hat, bot er mir an, solange, wie ich auf meinen Zugang warte, seinen zu verwenden. D.h. ich war endlich im Stande auch am Wochenende oder nach der Arbeit vernuenftige Rechner zu verwenden. Mit ca. 40 Labs (Laboratories -> Computerraeume) habe ich eine riesige Auswahl. Ausserdem, stehen einem neben den gewoehnlichen PC's auch noch Mac's und Sun Unix Maschinen zur Verfuegung (*schleck*).

Am Freitagabend habe ich mich dann gleich mal in eines dieser Labs aufgemacht und habe dort auch bis um 1am verweilt. Auf dem Weg dorthin kam ich zuerst an einer Schauspielgruppe an der McKeldin Library vorbei, bei denen ich etwas verweilte und besuchte noch ein Konzert einer Studengruppe, in der Naehe der Stamp Student Union. Es war also massig los auf dem Campus.

Am naechsten war dann der Tag der Abrechnung. Ich ging mit einigen Arbeitskollegen zum Paintball, spielen. Mit dabei mein Chef Mikael. Wir wurden Morgens von Nil abgeholt, nach einigen Koordinierungsproblemen. Dann fuhren gemeinsam zu dem Feld ca. eine halbe Stunde erntfernt. Dort trafen wir auch den Rest der insgesamt 26 Leuten dieser Gruppe. Die Haelfte davon wahrscheinlich professionelle Paintballspieler, da voll ausgeruestet und mit eigenen Waffen. Es dauerte ca. eine Stunde, bis wir unserer Masken, die Gewehre und die Munition hatten. Dann ging es geschlossen in den Wald. Dort war ein Schlachtfeld aufgebaut, indem Barrikaden aus Staemmen und Zweigen aufgeschichtet waren. Ziel des Spiels war es, eine Fahne, die hinter den gegnerischen Barrikaden hing, zu bekommen und damit wieder zurueckzurennen.

Beim ersten Spiel war es ziemlich aufregend. Wir standen mit 15 Mann an einem Startpunk. Als es dann dass 5 Sekunden Zeichen gab, machten wir uns bereit und rannten bei dem darauffolgenden Pfiff los, um so weit wie moeglich an die Front zu gelangen und sich hinter eine der Barrikaden zu werfen. Das war zwar nicht immer sehr angenehm, da es eben, wie schon erwaehnt nur normaler Waldboden war. Im ersten Spiel blieben die meisten Anfaenger, wie auch ich erstmal hinter der Barrikade liegen und versuchten, nicht getroffen zu werden. Mit der Zeit wurde dass allerdings etwas langweilig. In den naechsten Spielen wagte ich mich also immer weiter nach vorne und gab mir dann mit meinen Teamkollegen Zeichen, wer losrennt und wer dabei Deckung bietet. So konnte man sich sehr weit an die Front vorkaempfen und das Spiel war richtig dynamisch. Ein Spiel ging immer 10 Minuten oder so lange, bis jemand die Fahne hatte. So wurde es nie langweilig. Es war wirklich aufregend, wenn man mit "Go!" das Zeichen gab, dass man seine Barrikade verlaesst und seine Deckung voellig aufgab. Man musste rennen, was das Zeig haelt, um nicht vom gegnerischen Team abgesossen zu werden. Gluecklicherweise hat man mich nur in zwei Spielen beim Wechsel der Barrikaden erwischt. Einmal habe ich allerdings eine Kugel an meinen Finger bekommen, der sich am Abzug meiner Waffe befand. Das war nicht sehr angenehm. Wirklich weh haben die Kugeln aber nicht getan.

Nach dem Tag waren wir alle ueber und ueber voll Dreck, Schweiss und natuerlich Farbe. Der Spass hatte zwar insgesamt 40$ gekostet, aber das war es wert. Wobei ich natuerlich verstehen kann, wenn man dem ganzen etwas kritisch gegenueber steht, da man eigentlich den Krieg simuliert und dabei die Menschen auf ein wirklich grausame Weise sterben.

Nachdem uns Nil wieder nach Hause gefahren hatte, war ich so kaputt, dass ich mich nach dem duschen erst mal in mein Bett zurueckgezogen habe. Da es unaufhoerlich geregnet hatte, war es auch unmoeglich, noch etwas anderes zu unternehmen.

Am Sonntag wollte dann Moskie etwas mit uns unternehmen, wobei er leider keine Zeit sagte, wann er vorbeikommen wuerde. Deshalb machte ich mich daran, saemtliche Klammotten, die ich am Abend zuvor noch gewaschen hatte, zu buegeln, bzw. zusammenzulegen. Da das fast mein kompletter Kleiderbestand war, nahm dies einige Zeit in Anspruch. Ausserdem ist mir auch noch das heisse Buegeleisen auf den Arm gefallen, da ich das winzige Handbuegelbrett auf mein Bett gelegt hatte und das Buegeleisen, darauf stand. Als ich mich dann scheinbar zu stark bewegte, fiel es um und direkt auf meinen Unterarm. Ich habe es zwar gleich mit Eiswuerfel behandelt, aber es gab trotzdem ordentliche Brandblasen.

Um 4pm holte uns Moskie dann ab und wir fuhren noch beim Shoppers vorbei, um ein paar Sachen zu holen, um Barbeque, zu machen. Es war richtig gemuetlich und die Sonne hat man auch mal sehen koennen. Ausserdem haben die Burger super geschmeckt.

Abends sass ich dann noch mit meinen Mitbewohnern auf ein Bierchen, zusammen und wir quatschen noch bis um kurz nach 12am. Wenn das Wetter haelt wollen wir am kommenden Wochenende auch noch einmal grillen. Da ich dem ganzen aber nicht traue, warte ich lieber mal ab bis naechsten Samstag.