15 März

Vergangene Woche habe ich endlich die Gelegenheit bekommen, mich richtig in mein Projekt am Fraunhofer Institut einzuarbeiten. Daniel und ich haben erste Aufgabenstellungen erledigt, die Mikael unser Betreuer uns gegeben hat. Dabei sollten wir einige Fehler in das Programm einstreuen, die eine bestimmte Auswirkung auf das Programm haben sollte. Da Fehler machen ja bekanntlich einfacher ist, als Fehler beheben, war das kein Problem.

Als wir unsere ersten Resultate ablieferten waren Patricia und Mikael auch sehr zufrieden mit uns und wir bekamen immer kompliziertere Aufgabenstellungen. Wo die ersten Uebungen dazu gedacht waren das Programm und den Quelltext zu verstehen, mussten wir nun unsere Erfahrung anwenden.

Auf unseren regelmaessigen Meetings ist es vor allem unsere Aufgabe, Mikael und Patricia die Funktion und den Sinn dieser Funktionen des Programms zu erklaeren. Das groesste Problem ist dabei, dass ich keine Ahnung von Flugbahnen oder irgendwelchen anderen Flugparametern habe. Aber als deutsche Qualitaetsprodukte ist es uns sicherlich ein leichtes, den Amerikanern zu zeigen, wie deren Software funktioniert J.

Unternommen habe ich letzte Woche eigentlich nicht sehr viel. Ich wollte eigentlich nur den Sattel meines neu errungenen Fahrrad hochstellen lassen, weil ich kein Werkzeug hatte. Da es am Campus Recreation Center einen Outdoor Laden gibt, wo Studenten in einer Fahrradwerkstadt sitzen und gerade darauf gieren sich an irgendwelchen Fahrraedern zu vergehen und dabei Smalltalk zu betreiben. Auf den Tip von Moskie hin, habe ich mich also nach der Arbeit aufgemacht diese Fahrradwerkstatt zu suchen. Nach langem Suchen und nachdem ich zwei nichtsahnende Studenten angehauen habe, fand ich diese Einrichtung auch.

Ich also rein und habe den Jungs erstmal mein Herz ausgeschuettet. Sattel verstellt, Bremse ueberprueft und ich war gluecklich bis….ja bis dieser Typ herausgefunden hatte, dass meine hintere Bremse nicht richtig funktioniert. Ich stelle zwar keine grossen Anforderungen an ein Rad fuer 50$, aber die funktionierende Bremsen gehoeren dabei wohl zu den primaeren Funktionen eines Fahrardes.

Der Student hat mir dann geraten, dass Rad wieder zurueckzubringen, was ich nun auch im Begriff bin zu tun. Ich muss nur noch warten, bis Moskie Zeit hat mich zum Wal Mart zu karren.

Am Freitag letzter Woche wurde ich dann zu einer kleinen Party in der Seminole Street eingeladen. Es wurde von dort ansaessigen deutschen Austauschstudenten leckere Chilli con Carne gekocht (dabei noch mal ein Lob). Ausserdem wurden wir noch mit Salat, Brot und natuerlich Bier verkoestigt. Leider waren nur Deutsche anwesend, weshalb eben auch nur deutsch gesprochen wurde. Es war aber sehr interessant zu hoeren, wie sich der Rest so das Leben in den USA eingerichtet haben. Um eins machte ich mich dann mit Paul, einem deutschen Mitbewohner, auf den 30 minuetigen Weg nach Hause.

Den Samstag nutzte ich dann erst einmal zum ausschlafen. Als ich mich dann von der Woche regeneriert hatte, machte ich mich auf zur Library, wo ich mich mit Teresa im ICQ traf. Ich chattete glaube ich mit der halben Familie Wenzel. Ich kann es aber nicht wirklich genau sagen, da man mir ohne jegliche Hinweise auf die Person ueber den gleichen ICQ Account schrieb. Es war aber schoen auch mal wieder etwas von den Daheimgebliebenen zu hoeren.

Den restlichen Tag tingelte ich zum groessten Teil auf dem Campus umher, besuchte die Stamp Union usw. Abends gesellten sich noch Brian und Daniel zu mir ins Zimmer, da ich, wie schon erwaehnt im stolzen Besitz des einzigen Kabelanschlusses im eigenen Zimmer bin. Wir zapten zwischen der "Maske" und "Dr Doolittle".

Sonntags stuermten Lescheck Paul, Daniel und ich die Potomac Mill. Das ist eine riesige Mall hinter Washington D.C. Lescheck einer der Deutschen, hatte ein Auto und chauffierte uns dorthin. Wir benoetigten den ganzen Tag, um uns durch saemtliche Geschaefte dort zu kaempfen. Und als wir uns gegen Ende sogar verloren haben, waren wir froh, als wir uns wieder am Auto fanden. Meine Beute war eine Kunstlederjacke der Universitaet Maryland. Da die Jacke nur 8$ gekostet hatte und ein riesiger Terp (Schildkroete) draufgenaeht ist, musste ich das gute Stueck einfach haben. Wahrscheinlich werde ich es nicht oft tragen, aber sie sieht einfach kultig aus. Man muss erwaehnen, dass dieser Terp das Maskottchen der University of Maryland ist. Im Fossilshop fand ich auch tolle Uhren fuer gerade mal 40, bzw. 30 Bucks. Da ich mich aber nicht entscheiden konnte, habe ich sie mir nicht gekauft. Lescheck hat ein Foto der guten Stucke geschossen und so kann ich Teresa entscheiden lassen.

Jetzt ist schon wieder Montag und ich bin mal gespannt, was die Woche so bringt. Eigentlich muesste die Social Security Number bald eintrudeln (hopefully) und ich bekomme endlich meine Identify Card der University of Maryland, mit der ich dann auch in das Recreation Center (CRC) komme. Dann kann ich endlich mal wieder meinen heruntergekommen Koerper staehlen.

Heute habe ich aber schon meinen ersten Pay Check erhalten und ich bin wieder liquide. Scheinbar haben die vom Headquater sich etwas einfallen lassen, denn ohne Social Security Number sieht man normalerweise keinen Cent.

Hoffentlich geht das die Woche so weiter. ;-)