29 März

Unser Wochenendtrip nach New York war einfach genial. Meine Gefuehle waren gemischt, als ich in der Wettervorhersage las, dass es eigentlich staendig regnen soll und schweinig kalt ist. Das sollte uns aber nicht davon abbringen, die zweite Hauptstadt Amerikas zu besichtigen.

Am Donnerstag musste ich noch arbeiten und habe mal alles dokumentiert, was ich so die Woche ueber erarbeitet hatte. So konnte ich dann wenigstens guten Gewissens ins Wochenende durchstarten. Am Abend fuhr ich dann nach Hause, um meinen Koffer zu packen und dann zur Metro Station zu laufen. Moskie wollte sein Auto nicht in Washington stehen lassen, weshalb wir zu dritt mit der Metro zu Gaby fuhren. Dort angekommen gab es leckeres Essen und wie immer bei Gaby guten Wein dazu. Wir uebernachteten bei ihr, da sie in Washington wohnt, wo auch der Bus abfahren sollte.

Am naechsten Morgen wurde es etwas hektischer, da Gaby sich mit der Abfahrtszeit des Busses um eine halbe Stunde vertan hatte. Wir also in Richtung Metro Station gehetzt und so am Capitol noch wunderbar den Bus nach New York bekommen. Nach vier Stunden waren wir schon da. Es war aufregend das erste mal durch die Strassen New Yorks zu fahren, denn dort ist alles etwas groesser und der Verkehr ist moerderisch. Wir stiegen dann also mitten in Manhatten aus und nahmen gleich die Metro, um zu userer Jugendherberge zu kommen. Wenn man die Metro in Washington gewohnt ist, findet man sich nich gleich zurecht. Also so weit ich jetzt weiss, fahren die Zuege manchmal in irgendwelche Richtungen in einem nicht vorhandenen System von Buchstaben und Zahlen (???). Aber dass war natuerlich kein Problem fuer uns Weltenbummler. Wir nahmen die Metro in Richtung Harlem und Bronx und fanden dann auch recht schnell unsere Unterkunft am Rande vom Central Park.

Die Zimmer waren nicht wirklich schoen und die Dusche, sowie die Toiletten nicht wirklich sauber. Wir schliefen zu zwoelf Leuten in einem Raum, der in etwa so gross war, wie mein Zimmer in Hyattsville. Fuer zwei Naechte sollte dass aber genuegen.

Nachdem wir unsere Koffer verstaut hatten, nahmen wir die Metro um nach Manhatten Dowtown zu kommen, was so der Kern der Stadt ist. Das erste Ziel war das Rockefeller Center mit der Eislaufbahn inmitten von riesigen Gebaeuden. Zum ersten mal sah ich also die Stadt von der man so viel spricht. Es war ein wirklich grossartiges Gefuehl dort zu sein. Bis jetzt sah ich aber nur eine riesige Stadt mit unheimlich viel Verkehr und hohen Gebaeuden. Wir wollten gleich das Empire State Building besichtigen, weshalb wir uns in der Schlange anstellten, wo wir ich glaube insgesamt zwei Stunden warten durften. Dann ging es aber nach etwaigen Sicherheitskontrollen auch ab nach gaaanz oben. Natuerlich wurde wir erstmal durch verschiedene Souvenirlaeden geleitet, kamen aber dann schlussendlich auch zur Plattform auf dem Dach des Empire State Buildings. Der Ausblick war unbeschreiblich. Man sah ein Meer von Hochhaeusern. Dazwischen verschiedene Gebaeude, die durch ihre Architektur herausragten und am Ende der Stadt konnte man ganz klein die Freihetsstatue erkennen. Wir kamen zu einer Uhrzeit nach oben, so dass wir die Manhatten im hellen sowie im dunklen mit dem Lichtermeer sahen. Einfach genial.

Nachdem ich die Eindruecke aufgesaugt hatte und mir dann auch noch ein schoenes Souvenir zugelegt hatte, ging es dann auch abwaerts. Wir suchten uns ein gutes und guenstiges Plaetzchen, wo wir etwas zu essen bekamen und streiften dann noch durch Manhatten. Unser letztes Ziel fuer den Tag war der Times Square. Es war glaube ich so um die 11pm als ich die riesige Lichtreklame erblickte. Menschen sauemten die Strassen. Dazwischen hunderte von Yellow Cabs (die gelben Taxis) und immer zwei drei, mal weisse, mal schwarze lange Limousinne dazwischen. Wir gingen durch etwaige Geschaefte, die die ganze Nacht geoeffnet haben, wie z.B. der Virgin Mega Store usw. Fuer mich war das eines der eindrucksvollsten Augenblicke, der auch nur sehr schwer in Worte zu fassen ist.

Wir gingen dann auch muede und geschafft in unsere Jugendherberge, wo ich mich in mein quitschendes Bett warf. Ganz vorsichtig, um keinen meiner 11 Mitbewohner aufzuwecken. Es ist allerding nicht ganz leicht, sich einzurichten, wenn man keinen Schrank hat und es stockdunkel ist. So musste ich mein Zeug irgendwie im Koffer unterbringen und diesen unter meinem Bett verstauen.

Am naechsten Morgen die gleiche Prozedur umgekehrt. Nach einer durchquitschten Nacht (siehe Bett), versuchte ich mich und meine Klamotten im dunklen zu ordnen. Ich war aber noch recht muede, da jedes dieser 12 Betten, welche ganz nebenbei auch noch alle belegt waren, gequitscht haben. Nach einer Dusche und einem Fruehstueck mit Bagel, Orange und Kaffee ging es dann auch wieder los.

Wir gingen direkt von unserer Unterkunft durch den Central Park. Es ist wirklich ein riesiger Park, in dem sich irrsinnig viele Lauefer aufhalten und man immer wieder auf Leute trifft, die entweder Football, Fussball oder etwas anderes spielen. Es war zwar alles nass vom Regen, aber wir hatten wieder wunderbares Wetter.

Unser naechstes Ziel war Greenwich Village. Das ist ein Gebiet etwas ausserhalb des Trubels, wo man auf tolle Kneipen, Pubs und verschiedene Shops trifft. Sogar eine Baeckerei war dort zu finden, was fuer Amerika sehr selten ist.

In einem Shop kaufte ich mir dann auch neue Schuhe, da meine alten so langsam den Geist aufgeben wollten. Zum Lunch fiehlen wir beinem Chinesen ein, der sehr leckeres Essen hatte und das zu einem sehr guenstigen Preis. Ich bestellte mir Reis mir Schrimps (lecker). Wir nahmen dann die Metro nach Downtown, in die Naehe des Hafens. Als wir dann so in Richtung Battery Park tingelten, stiessen wir zuerst auf Ground Zero. Viel konnte man nicht sehen. Es war eigentlich nur eine grosse Baustelle mit allerlei Gedenktafeln. Trotzdem war es natuerlich beeindruckend an dem Platz zu stehen, wo vorher die hoechsten Gebaude Manhattens die Skyline praegten. Entlang der Wall Street, die aufgrund des Wochenendes nicht so sehr belebt war, gingen wir zum Battery Park. Das ist direkt am Hafen und eigentlich ein Teil des Meeres. Das Land entstand aus dem Bau des Wold Trade Centers. Der Sand wurde dort aufgeschuettet und somit Amerika vergroessert J.

Wir wollten eigentlich mit der Faehre zur Statue of Liberty fahren, aber die letzte Fahrt hatten wir verpasst. Deshalb stigen wir mal wieder in die Metro, um nach China Town zu kommen. Nach anfaenglicher Orientierungslosigkeit. Fanden wir auch das erste Schild mit chinesischen Schriftzeichen. Unsere umwerfende Kombinationsgabe sagte uns, dass es dann nicht mehr weit sein kann. Dies wurde dann auch bestaetigt, als wir um die Ecke bogen und mitten im Trubel von Chinesen waren. Ueberall waren Strassenstaende, wo man Fruechte und Fisch verkaufte. Dazwischen Ramschlaeden und jede Menge Chinesen. Zu meiner Verwunderung, waren wir die einzigen Weissen in diesem Gebiet, obwohl China Town ja recht bekannt ist. Unser Weg zeigte uns aber, dass das Gebiet sehr gross ist und sich die Touris einfach gut verteilen koennen.

Direkt angeschlossen an China Town ist Little Italy. Wir trafen zuerst auf Shops, die italienische Lebensmittel anboten und kamen dann in den Kern der Gegend. Es reihten sich die Restaurants der Strasse entlang und man wurde alle zwei Meter von einem dynamischen Italiener aufgefordert, sein Restaurant zu betreten. Wir verglichen die Angebote und entschieden uns dann auch fuer eines, wo wir uns einen Platz draussen suchten. Es wurde bald unangenehm kuehl, so dass es nicht allzu gemuetlich war. Es war aber toll, den Flair der Strasse und Little Italy's um sich herum zu haben. Bis auf das ungeheuer teure Bier war das Essen auch recht lecker. Da Moskie unbedingt noch echt italienische Gelate (Eiscreme) essen wollte, fielen wir ein paar Strassen weiter noch in einem Kaffee ein, wo ich mir auch ein leckeres Eis bestellte. Vollgestopt und um ein paar Tausend Kalorien reicher starteten wir dann noch durch zum Times Square. Leider hatte der Toys'r Us nicht mehr offen, in den Gaby unbedingt rein wollte. Ich bekam aber noch ein schoenes Souvenier von New York. Die Strassen waren fast noch voller als den Tag zuvor, auch wenn das fast unvorstellbar war. Muede und abgekaempft fielen wir dann auch wieder in unserem Hostel ein.

Am letzten Tag wollten wir noch die Staue of Liberty besichtigen. Von ein paar Deutschen aus dem Hostel hatten wir gehoert, dass es eine Faehre geben sollte, mit der man kostenlos auf eine Insel fahren kann, direkt vorbei an der Statue. Wir fuhren also nach Downtown Manhatten und gingen vorbei am Ground Zero und der Wall Street zum Hafen, wo auch schon Menschenmassen auf die Faehre warteten. Es war nur eine ca. 10 minuetige Fahrt. Wir fuhren dabei aber sehr nah an der Insel mit der Statue vorbei, so dass sich saemtliche Touris (incl. uns) an die Rehling draengelten. Man konnte zwar mit einer anderen Faehre auch auf die Insel, die Statue selbst durfte man aber nicht betreten. Ausserdem haette die andere Faehre 10 Bucks gekostet.

Zurueck auf dem Festland fuhren wir mit der Metro in die Naehe des Greenwich Village. Dort trafen wir uns mit einer Freundin von Gaby, die in New York wohnt und studiert. Wir assen zusammen Lunch in einem Restaurant, in dem es nur Sandwiches gab. Aber was fuer welche. Dieses zu einem Klumpen zusammengedrueckte Menue definierte den Begriff des Sandwiches voellig neu. Ich hatte mir ein Corned Beef Sandwich bestellt und bekam dann in Scheiben geschnittenes Beef aufgestapelt und oben drauf war ein halbes Toastbrot gelegen (Sandwich???). Ich bevorzuge dann doch lieber einen ordentlich sortierten Teller. Nachdem sich Gaby noch ein Stueck Kaesekuchen reingedrueckt hatte, mussten wir dann auch schon die Beine in die Hand nehmen, so dass wir noch puenktlich den Bus nach Washington D.C. bekommen. Vorher mussten wir aber nochmal ins Hostel, um die Gepaeckstuecke abzuholen.

Es hat aber alles wunderbar geklappt und wir waren um 9pm in Washington. Wir sind noch kurz zu Gaby gegangen, die uns dann auch nach Hause gefahren hat.

Um grossen und ganzen war New York die vielseitigste und hektischte Stadt, die ich je gesehen habe und ich werde dass wahrscheinlich so schnell auch nicht vergessen. Das traumhafte Wetter erleichterten uns auch die laengsten Fussmaersche. Natuerlich ist es unmoeglich in drei Tagen die ganze Stadt zu sehen. Deshalb werde ich sicher im naechsten halben Jahr auch ncoh einmal hinfahren. Dann vielleicht in ein Hotel. Unter der Woche kann man sich auch ein Zimmer in Manhatten leisten, wenn man sich eines teilt.

Jetzt bin ich aber noch viiiel zu muede und hau mich, wenn ich nach Hause komme erst mal wieder auf's Ohr.