8 märz

Die letzte Woche nutzte ich groesstenteils dazu, mich an die Arbeit zu gewoehnen. Die Arbeitszeiten sind ca. von um 8.30 - 17.00 Uhr. Man wird oft dazu verfuehrt danach nach Hause zu gehen und sich von den Fernseher zu knallen, wo man durch staendiges zappen versucht, der Werbung zu entkommen. Da ich im (gluecklichen?) Bestitz von Kabelfernsehen bin, habe ich ca 80 Kanaele, die mir einen Zappingmarathon garantieren. Also habe ich mir so ab Mitte der Woche vorgenommen, nicht gleich nach der Arbeit nach Hause zu gehen, sondern mich noch etwas auf dem Campus herumzutreiben. Es gibt dort ein nettes Plaetzchen, in dem sich jede Menge Studenten aufhalten zum ausruhen, lesen oder sonstiges. In dieser sog. "Stamp Student Union" gibt es verschiedene Shops, Fast Food Restaurants, sowie Theater und Kino.

Am Freitag schaffte ich es dann zum ersten mal meine schier grenzenlose Faulheit zu ueberwinden und ueber den Campus zur Stamp Union zu tingeln. Ich warf mich in einen der Sessel und lass zur Erweiterung meines Wortschatzes Zeitung. So wirklich viel los war aber nicht. Deshalb zog es mich bald schon wieder in die Bibliothek. Dort findet man naemlich einen Internetzugang. So konnte ich noch ein paar Emails schreiben. Zu meiner Verwunderung traf ich dort meinen Mitbewohner Brian und ich entschloss mich, ihn zu seiner Bibelstunde zu begleiten. Achtung, ich kann das Grinsen sehen, dass sich gerade auf deinem Gesicht ausbreitet ;-). Es gab dort jede Mege kostenloses und recht gut schmeckendes Essen, bevor die Jungs loslegten und ihr erstes Lied anstimmten. Nach der ganzen Zeremonie, die recht ungezwungen war und wie ich finde, eine ausergwoehnliche aber tolle Art zu beten darstellt, stellten sich mir viele der Teilnehmer vor. Sie waren sehr interessiert, als sie hoerten, dass ich gerade vor zwei Wochen von Deutschland angekarrt wurde.

Nach dieser Bibelstunde wollten Brian und ich mal das Nightlife von Maryland kennelernen und klapperten deshalb alle Bars in der Gegend ab. Leider musste man dafuer entweder bezahlen, was unsere finanzielle Lage momentan nicht zulaesst, oder es war ueberfuellt. Deshalb gingen wir dann noch in einem quaelenden Fussmarsch zum deutschen Haus. Das ist die Bude, wo die meisten deutschen Austauschstudenten Unterschlupf fanden. Dort ging aber auch nicht so richtig der Punk ab. Da Brian am naechsten Morgen raus musste gingen wir ueber den Campus nach Hause.

Uh ich merke schon, ich schweife zu sehr aus. Aber du kannst es ja einfach ueberspringen, wenn es dir zu viel wird.

Am Samstag Morgen holte uns Moskie ab. Wir wollten eine Museumstour durch Washington machen. Das geniale daran ist naemlich, dass man dafuer keinen Cent bezahlen muss. Wir fuhren also mit der Metro nach Washington, wo wir uns mit Gaby, Moskies Freundin, trafen. Als erstes wollten wir das "Air and Space Museum" in Angriff nehmen. Um was es darin geht erklaert sich fast von selbst. Ich war ueberwaeltigt von der Groesse der Ausstellung und die Art wie alles praesentiert wurde. Ueberall konnte man irgendwelche Knoepchen druecken, was einem das Thema noch etwas naeher brachte. Man wurde also nicht, wie in den meisten deutschen Museen nach den ersten fuenf Metern schlagartig muede. Als wir uns allerdings knoepchendrueckender und staunenderweise durchs Museum gekaempft hatten, merkten wir, dass es schon so spaet war, dass alle Museen schlossen. Also entschlossen wir uns, zu Gaby zu fahren, die am Dupont Circle in Washington D.C. wohnt. Sie bekochte uns dort und wir wurden mit gutem Rotwein verkoestigt. Da wir Brian, den wir eigentlich in Washinton D.C. treffen wollten, verpasst hatten, fuhren wir noch zu Moskie, wo wir uns einen Film bis zur Haelfte anschauten. Da aber alle sehr muede waren, fuhr uns Moskie um halb eins nach Hause. Schliesslich wollten wir am naechsten Tag einkaufen gehen.

Am Sonntag ging es also um 12.00 Uhr auf zum Wal Mart, wo wir uns Fahrraeder holten. Dann fuhren wir noch in den Shoppers, eine Supermarktkette. Der Aldi, den wir eigentlich besuchen wollte, hatte naemlich fuer die USA untypisch Sonntags geschlossen.

Den Tag schloss ich noch mit einer Email Session in der Bibliothek ab. So konnte ich mein Fahrrad noch ausstesten. Leider ist der Sattel zu niedrig und ich habe kein Werkzeug um diesen zu verstellen. So ist die ganze Angelegenheit etwas anstrengend.

Und jetzt ist schon wieder Montag und ich musste mich aus dem Bett quaelen. Teresa hatte mich um 5.45 Uhr angerufen und ich habe sie staendig weggedrueckt, da ich dachte, das waere mein Wecker. Sie tingelte zwar schon munter in Mannheim herum, aber ich war noch ziemlich platt. Was man durchaus vertehen kann, wenn man die Zeitverschiebung beachtet.

So, nun aber genug des Guten. Ich denke ich sollte jetzt mal meiner eigentlichen Arbiet nachgehen.