12 April

Die letzte Woche wollte ich dazu nutzen, mit dem Projekt ein ordentliches Stueck voran zu kommen. Wie mir Mikael mitgeteilt hatte, soll in ein paar Wochen ein Workshop stattfinden, an dem die Jungs von NASA einen Zwischenstand unserer Forschungsergebnisse erhalten sollen. Es war deshalb erforderlich, insgesamt 30 Fehler in das Program einzustreuen. Meine Aufgabe lag dabei bei den strukturellen Fehlern. Dazu hatte ich in den letzten Wochen detailliert die Funktionsweise des Programms studiert und dokumentiert.

Am Mittwoch fand noch ein Meeting statt, an dem Patricia, Mikael, Daniel und ich ein Papiet diskutierten, das die Forschungsarbeit an einer anderen Flugkontrollsoftware, genannt CTAS, beschrieb. Wir erhofften uns daraus Hinweise und Hilfen fuer unser HDCP Project zu erhalten.

Am Dienstag besuchte ich noch einen Vortrag an der Universitaet, zu dem wir von einem Arbeitskollegen eingeladen wurden, der dort Vorlesunngen haelt. Es wurde dort ein Einblick in die Microsoft Visual Studio .net Entwichlungsumgebung gegeben und die Struktur, die dahintersteckt, sowie im speziellen asp.net. Ich denke man kann es vergleichen mit einem elektrischen Dosenoeffner. Es macht die Arbeit zwar wunderbar einfach, aber es faellt einem unheimlich schwer, wenn man mal wieder ohne auskommen muss.

Sorry fuer den langweiligen informatik Kaese. Nun aber wieder zurueck zu meinen privaten Aktivitaeten. Am Mittwoch habe ich mir wieder einen neuen Bagel-Vorrat zugelegt. Ich habe mich naemlich jetzt dazu entschlossen, diesen wabbeligen Toast, den man hier sonst als Brot verkauft bekommt, durch die in der Konsistenz deutlich festeren Bagels zu ersetzen. Der "Bagel-Place" bietet dazu auch immer noch guenstige Schnaeppchen. Ich lege mir also meistens so acht Bagels zu und friere diese ein. Mit der Microwelle sind diese auch wieder ruck zuck aufgetaut und getoastet ist so ein Bagel echt "yammi".

Das Wetter wurde um Laufe der Woche auch immer schoener, rechtzeitig zu Ostern. Am Donnerstag bekamen wir auch noch Eier im Aufenthaltsraum vom Fraunhofer versteckt. Als Mikael gehoert hatte, das wir dieses Jahr niemanden haben, der das fuer uns macht, versteckte er vier Eier, die wir dann suchen mussten, waehrend er Freudestrahlend daneben stand. Wir fanden alle vier Barbie-Schokoeier, die er sicher von dem Osterpraesent fuer seine Kinder abgezwackt hatte.

Von Gaby's Vater wurden wir am Freitag zum Essen eingeladen. Es sollte Lamm geben. Wir wurden also um 8pm von Moskie abgeholt, der uns nach Washington DC kutschierte. Ich wurde sehr herzlich empfangen und es wurde auch gleich ein wunderbarer Rotwein gredenzt. Als dann noch zwei Bekannte eintrafen, wurde zum Festschmaus uebergegangen. Mit Spaniern, Amerikanern und Deutschen an einem Tisch war es eine kunterbunte Runde. Nach dem Lamm gab es dann auch noch den Apple Pie und den daenischen Kranz, den wir mitgebracht hatten. Ausserdem wurde uns dann noch Eiscreme und Schokoladenkuchen (ja Teresa, Schokoladenkuchen) serviert. Mit einem sochen Essen sah ich meinen Plan, in den USA nicht zuzunehmen, zum scheitern verurteilt. Zuvor war ich aber noch mit Daniel 20 min. rennen, was hoffentlich das schlimmste verhindert hat.

Da ich erst Nachts um 2am nach Hause kam, wollte ich am naechsten Morgen erst einmal ausschlafen. Ich machte mich also um 1pm auf, um Teresa von der McKeldin Library aus anzurufen. Ausserdem musste ich auch noch zum Shoppers, eine Kleinigkeit einkaufen. Mit dem Muskelkater, den ich noch von dem Rennen am Vortag in den Beinen hatte, war das die reinste Tortour. Hinzu kommt noch, dass die Gegend hier alles andere als flach ist, weshalb ich mich auf dem Nachhauseweg mit all meinen Tueten und meiner mich immer begleitenden Ledertasche die Huegel hinaufquaelen musste.

Zu Hause machte ich mich dann auch wieder fertig, da wir von Gaby zu einem Kinofilm abgeholt wurden. "Eternal Sunshine of the spotless mind" war ein ziemlich wirrer Film, der eigentlich zum denken anregen sollte. Ich war allerdings nicht in der Stimmung, darueber zu philosophieren. Jim Carry spielte aber einen Charakter, wie man ihn normalerweise ueberhaupt nicht kennt

Meinen Ostersonntag verbrachte ich dann nicht mit der Eiersuche, denn hatte ich ja die Woche schon getan. Da mein Kabelfernsehen ausgefallen ist, musste ich mich anderweitig beschaeftigen. Ich nahm mir also meinen Praxissemesterbericht zur Brust und schrieb ein paar Seiten. Ausserdem lass ich noch in dem Buch ueber Design Pattern, dass ich von Mikael ausgeliehen bekam. Es hatte sich uebrigens auch wieder wunderbar eingeregnet, weshalb die Moeglichkeiten onehin sehr begrenzt waren. Zum Abschluss des Tages, stattete ich den Jungs, die unten wohnen noch einen Besuch ab. Die hatten naehmlich Kabelfernsehen. Ausserdem lies ich mir von Alex noch die Regeln von Baseball erklaeren. Trotz originalgetreuen gestikulierens bin ich immer noch nicht sehr viel schlauer. Er sagte aber, er koenne mal nach dem Kabelanschluss schauen, da er auch schon mal das Problem hatte.

Ich hoffe nur, dass das Wetter sich naechste Woche bessert, denn der staendige Regen truebt auf Dauer die Gemuetslage. Ich bin aber optimistisch. Schliesslich steht der Sommer vor der Tuer.