19 April

Die Woche hatte erst einmal mit einem anstaendigen Regen begonnen. Als ich zum ersten mal aus dem Fenster geschaut hatte, war ich noch optimistich, dass das nur eine kurze Laune des Wetters ist und sich die Wolken bald verziehen wuerden. Dem war leider nicht so. Ich musste also zur Arbeit laufen, um nicht von oben bis unten voll mit Dreck zu sein (aufgrund mangelnder Schutzbleche) was mehr als doppelt so lange dauert. Nicht das ich dann trocken gewesen waere. Nein! Ich hatte leider keinen Regenschirm. Bevor ich dann nach der Arbeit den nach Hause Weg antreten wollte bin ich dann erst noch zum CVS store, um mir einen Regenschirm zu holen, was das Wetter etas ertrraeglicher machte.

Am Dienstag geschah dann das schier unmoeglich zu scheinende Ereignis! Ich bekam das Formular zum Beantragen meiner Studentenkarte der University of Maryland. Kaum hatte ich es in der Hand schwingte ich mich auf mein Rad und kaempfte mich durch stroemenden Regen zum Mitchell Building, wo ich einen Traum von Verwaltungsbuerokratie erfahren durfte. Ich kam rein, sagte was ich wollte, die machten ein Foto von mir und innerhalb von 10 Minuten hatte ich meine Maryland Identify Card. Angespornt von meinem Erfolg radelte ich gleich weiter zum Campus Recreation Center um meinen Account zu beantragen. Das dauerte auch noch mal zehn Minuten und ich hatte endlich zum Zugang zum CRC!

Eigentlich wollte ich auch am gleichen Tag noch trainieren gehen, aber es kam leider etwas dazwischen. Ich wollte eigentlich nur meine Sachen spuehlen und hatte mich schon mit einem Mitbewohner verabredet. Ich legte also los, aber der Abfluss der Spuele hatte wohl was gegen mein Vorhaben. Er war naemlich total verstopft. Nachdem ich mit dem Minihecksler, der in dem Abfluss integriert ist, versucht habe, den Abfluss frei zu druecken und dann mit so einem Saugteil eine halbe Stunde herumexperimentiert habe, war ich nass und fertig, aber der Abfluss war immer noch nicht frei. Da die Landlady aber am naechsten Tag nach Hause kam, wurde auch ein Klemptner bestellt, der das Problem loesste.

Ich konnte also endlich ins CRC. So verbrachte ich auch die letzten zwei Abende bis zum Wochenende. Am Samstag war ja dann mein Geburtstag. Seit zehn Tagen habe ich schon den Brief von Teresa auf dem Nachttisch liegen und war natuerlich gespannt auf den Inhalt. Um 5.30 am (AM!!!) bekam ich meinen ersten Anruf von einem Ex-Arbeitskollegen, woraufhin ich fest entschlossen war dieses so bald wie moeglich einzuschalten. Ich wollte aber erst noch Teresas Anruf abwarten.

Kaum aufgestanden, oeffnete ich dann auch den Brief, den ich von Teresa bekommen hatte. Sie hatte mir Bilder und einen Anhaenher aus Zypern geschickt. Auf dem Anhaeger ist der heilige Christopher abgebildet und ich wollte ihn nun eigentlich immer mitnehmen. Ich muss mir nur noch einfallen lassen, wie ich das machen kann, ohne es zu zerstoeren.

Um 10am machte ich mich dann auch auf die Socken zur Library, um ein Comuter Lab aufzusuchen und zu Hause anzurufen. Ich fragte mich also bis zu einem sogenannten WAM Lab durch und bekam einen unschuldigen Studenten dazu, dass ich seinen Account benutzen konnte. Ich musste erst noch einen WAM Account beantragen irgendwo im Gebaeude fur Computer and Space Science (Wo immer das auch sein mag). Danach telefonierte ich nach Hause. Bis auf Stina, die sich beharrlich weigerte, mich zu sprechen, hatte ich auch alle am Telefon. Leider war die Verbindung sehr schlecht, weshalb es sehr umstaendlich war, zu telefonieren. Ich sass dann noch eine geschlagene Stunde herum und versuchte Teresa zu erreichen, was aber leider nicht funktionierte.

Um 1pm wurden wir zu hause dann von Moskie abgeholt und wir fuhren zu den Batting Caches ca. eine halbe Stunde entfernt. Dort gibt solche Ballwurmaschinen wie beim Tennis, allerdings hat man einen Baseballschlaeger um die Baelle zu treffen, was das ganze nicht gerade einfacher machte. Es gab verschiedene Schwierigkeitsstufen, weshalb wir uns gleich mal die Box, mit den grossen gelben Softbaellen herausgesucht hatten. Zuerst zeigte uns Moskie, wie es ungefaehr aussehen sollte, danach versuchte ich mein Glueck. Zu meiner Ueberraschung habe ich von neun Baellen sieben getroffen. Allerdings waren die Baelle in dieser Groesse auch kaum zu uebersehen. Beim naechsten mal nam ich mir dann die normalen Baelle in langsamer Geschwindigkeit vor. Ich glaube genau drei Baelle machten mit meinem Schlaeger bekanntschaft und zwei sind dabei auch noch in ihre eigentlich Richtung geflogen. Mit der Zeit wurde ich aber immer besser und es machte tierischen Spass.

Danach gingen wir gerade ein paar Meter weiter zum Golfuebungsplatz. Man konnte dort ueben den Ball so weit wie nur moeglich zu schlagen. Ich liess also meine saemtlicht Aggressionen an diesen kleinen weissen Baellen aus, so dass diese auch eine ordentliche Geschwindigkeit erhielten. Stolz wie ein Schneekoenig fuhren wir dann wieder nach Hause und wir wurden dann am Abend wieder abgeholt.

Um 8pm fuhren wir dann nach Baltimore. Nach erfolgreicher Parkplatzsuche tingelten wir am Hafen entlang zum Hard Rock Cafe. Es war ein tolles Wetter und jede Menge Menschen unterwegs. Im Hard Rock Cafe habe ich mir dann erst einmal ein Bier genemigt. Es war wirklich klasse dort, aber leider ziemlich teuer. Wir machten uns dann auch bald wieder auf den Weg zum naechsten Pub etwas abseits des Hafens. Dave kannte sich ganz gut dort aus, da auch seine Eltern dort wohnen.

Wir verbrachten dann noch den ganzen restlichen Abend mit dem ausprobieren saemtlicher Biersorten, die das Pub zu bieten hatte, weshalb ich dann auch dementsprechend angeheitert war. Aber natuerlich kein Problem fuer einen Kampftrinker wie mich ;-).

Wir machten uns dann um 2pm auf den Rueckweg, wobei ich ziemlich ueberrascht war, das auch Dave noch nach Hause gefahren ist, wo man hier doch kein Alkohol im Blut haben darf.

Am Sonntag machte ich mich mit Daniel und dem neuen Rucksack, den ich zu meinem Geburtstag von Daniel, Gaby und Moskie bekommen habe, auf den Weg zum Shoppers, um die Utensilien fuer unser Barbeque einzukaufen.

Wieder zu Hause verstaute ich dass ganze Zeug und zog mich trotz des tollen Wetters in mein Zimmer zurueck, da mich mein Heuschnupfen wieder schrecklich plagte. Um 6pm kam dann auch Gaby und brachte noch zwei Freundinen mit. Bis wir dann alles vorbereitet hatten, traf auch Moskie ein und wir grillten zusammen. Viel Spass hatte ich leider nicht an der ganzen Sache, da mich der Heuschnupfen total fertig gemacht hatte. Ich beschloss also am naechsten Tag zum CVS zu gehen, um mir Medikamente zu kaufen.

Das habe ich dann heute Morgen auch gleich getan. Da man die Medikamente hier im Supermarkt bekommt ist das nicht so umstaendlich wie in Deutschland. Ich hatte Moskie gefragt, was ich nehmen soll und habe das dann gekauft. Ich hoffe nur, dass es hilft. Dann kann ich auch unser geniales Wetter (30 Grad) endlich geniessen.