5 April

So langsam habe ich nun auch die Schnauze voll von diesem graesslichen Wetter. Die ersten zwei Tage letzte Woche waren maessig kalt und noch sonnig. Am Mittwoch hat es dann angefangen. Es regnete was das Zeug haelt. Staendig, monoton, in einem Guss. Gestern (Sonntag) hoerte es dann so langsam auf und heute morgen war es schweinig kalt. Soviel zum Wetter.

Letzte Woche war die Spring Break Zeit vorueber und der Campus wieder mit Studenten belagert. Ueber die Ferien sind die meisten nach Hause gefahren oder blieben wegen des schlechten Wetters lieber in den Studentenbuden. Am Dienstag machte ich mich also dazu auf, meinen Achter aus dem Hinterreifen meines Rades buegeln zu lassen. Die Jungs kannten mich ja schon und haben sich gleich mal an meinem Fortbewegungsmittel zu schaffen gemacht. Leider war eine Felge so beschaedigt, dass es sich nicht 100%ig herstellen lies. Waehrend seiner Bemuehungen bekam ich dann von einem der Studenten saemtliche Bauteile an einem Reifen erklaert. Ich wusste gar nicht dass so viel an einem Vorderrad dran ist. Ich hatte also groesste Muehen, alles abzuspeichern und habe mich deshalb auf das wichtigste konzentriert, die Speiche (Spoke). Ich sollte mir naemlich eine neue Speiche kaufen um so das Rad besser einstellen zu koennen.

In den naechsten Tagen brauchte ich mein frisch justiertes Bike allerdings nicht. Es hatte ja, wie bereits erwaehnt, wie aus Kuebeln geschuettet. Ich beschloss deshalb, zur Fuss zur Arbeit zu gehen. Der nicht vorhandene Regenschirm lies aber auch dies zu einer unangenehmen Prozedur werden. Ich nutzte also die erste halbe Stunde dazu, mich auszutropfen.

Am Mittwoch und Donnerstag traf ich mich dann noch mit Moskie und Gaby zum Lunch. Zuerst beim Chinesen, dann beim Tacco Place. Am Donnerstag wollten wir dann noch dem Aldi unseren initialen Besuch abstatten. Dazu holte uns Gaby vom Fraunhofer ab. Nach anfaenglicher Verwirrung fanden wir dann auch das grosse Aldi (Sued) Symbol. Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit, da Gaby noch ein Treffen hatte. Deshalb bin ich mit meinem Kochbuch duch die Gaenge des Aldis gewetzt, in der Hoffnung, alles zu bekommen, was ich fuer meinen Auflauf, bzw. Den Kartoffelkuchen brauchte. Meine Ausbeute war dann auch recht gross und fuer gerade mal 30 Bucks auch sehr preiswert. Leider bekam ich keine Sahne, weshalb mein Auflauf noch warten musste.

Am Freitag Abend wollten wir eigentlich ins Hardrockcafe nach Baltimore fahren. Da das Wetter aber nicht mitspielte fuhren wir nach Annapolis, eine dreiviertel Stunde von hier. Dort gingen wir in ein Restaurant, wo wir uns denn Magen vollschlugen. Ich holte mir zwar nur French Fries (Pommes), die anderen holten sich aber einen Burger, der nach deren Aussagen genial geschmeckt haben soll. Man konnte an einer Selbstbedienungstheke dann noch zwischen den verschiedenten Dips waehlen und Salat gab es auch noch kostenlos dazu. Free Refill ist eigentlich auch schon fast ueberall Standard. Kugelrund schauten wir uns dann Hellboy im Kino an. Es war vielleicht nicht ganz mein Geschmack aber man konnte wenigstens alles astrein verstehen.

Am naechsten Morgen habe ich erst mal ausgeschlafen und mich dann an dem Staubsauger meiner Vermieterin vergangen. Eigentlich darf man diesen zwar nicht so ohne weiteres verwenden, aber nach eineinhalb Monaten wollte ich mein Zimmer dann doch mal von dessen Schmutz befreien. Anschliessend fuhr ich noch zur Bibliothek um etwas im Intenet zur erledigen und ausserdem wollte ich mal Moskie kontaktieren, was das am Abend so abgeht. Wir einigten uns auf einen Abend in unserem Haus, da die Vermieterin ja noch im Krankenhaus war. Es wurde auch recht lustig mit Fernsehen, kochen und Kartenspielen.

Den Sonntag wollte ich dann endlich dazu nutzen, meinen Auflauf zu kochen. Ich fuhr erst noch zur Bibliothek um Teresa anzurufen und meinen Praxissemesterbericht fuer letzte Woche zu tippen. Wieder zu Hause, legte ich mir mein Kochbuch zurecht und began mit dem systematischen Vorbereiten der Inkredenzien fuer den Auflauf. Zum Brokkoli waschen, Schinken wuerfeln und Zwiebeln zerkleinern benoetigte ich dann in etwa die Zeit, die ich laut Kochbuch fuer das gesamte Gericht benoetigen sollte. Sollte mit aber egal sein. Dafuer war alles schoen vorgefertigt in eigenen Schaelchen und Tellern und ich konnte ohne Probleme mit dem duensten des Brokkolis und dem kochen der Nudeln beginnen. Den Schinken und die Zwiebeln lies ich dann noch in einer Pfanne anbruzeln waehrend ich den Rest abgoss. Dann alles zusammen in einen Topf und den Kaese mit der Sahne und den Eiern darueber. FERTIG! Jetzt musste alles nur noch in den Backofen. Zuerst habe ich mich gewundert, das 250 Grad so kalt sind, bis mir bewusst wurde, dass das ja Fahrenheit sind. Ich musste also erstmal die Umrechnungsformel finden um die Temperatur aus meinem deutschen Kochbuch umzurechenen.

Das Ergebnis schmeckte dann gar nicht mal schlecht. Allerdings kann ich daran sicherlich noch zwei Tage essen, da das Rezept eigentlich fuer vier Portionen gedacht war. Aber kein Problem. Ich hatte mir extra noch Tupperschuesseln zugelegt.

Diese Woche werde ich dann mal den Kartoffelkuchen ausprobieren. Hoffentlich klappt das genauso gut.